Wie der WETTBEWERB „Kinder- und jugendfreundlicher Sportverein“ Vereine verändert
Der WETTBEWERB „Kinder- und jugendfreundlicher Sportverein“ würdigt seit über zwei Jahrzehnten Vereine in Mecklenburg‑Vorpommern, die Kindern und Jugendlichen ein besonders attraktives, sicheres und mitbestimmtes Vereinsleben bieten. Ausrichter sind das zuständige Fachministerium (heute Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport M‑V) und die Sportjugend im Landessportbund M‑V. Ihr Ziel ist es, Vereine sichtbar zu machen, die Kinder‑ und Jugendsport nicht nur als Trainingsangebot verstehen, sondern als ganzheitlichen Lebensraum mit Teilhabe, Engagementmöglichkeiten und verlässlichen Strukturen. Aus dem Förderpreis für engagierte Pioniervereine hat sich über die Jahre ein landesweit etabliertes Qualitätszeichen für gute Kinder‑ und Jugendarbeit im Sport entwickelt. Die Auszeichnung der Preisträger wird traditionell im Rahmen der Jugend‑ und Juniorenmeisterehrung des folgenden Jahres überreicht und erhält dadurch einen feierlichen, landesweiten Rahmen.
Von den ersten Preisträgern zur landesweiten Marke
Zu den frühen Gewinnern gehören unter anderem der SKV Müritz e.V., der bereits 2003 und 2005 den 1. Platz belegte, sowie Segel‑ und Wassersportvereine wie der Seglerverein „Alt Gaarz“ Rerik oder der Yachtclub Wismar. Die Bandbreite der prämierten Vereine zeigt schon in den Anfangsjahren, dass sich das Engagement von der Halle über den Rasen bis aufs Wasser erstreckt.
Ab 2013 reagierten das Land und die Sportjugend auf die gewachsene Vielfalt und Größe der Vereine: Seither wird in drei Kategorien ausgezeichnet: Kleinstvereine (>150 Mitglieder), Vereine mittlerer Größe (150 bis 499 Mitglieder) und Großvereine (<500 Mitgliedern). Damit erhalten kleine Dorfvereine ebenso faire Chancen wie große Mehrspartenvereine in den Städten. 2018 wurden die Kategorien noch einmal zahlenmäßig präzisiert:
2021 wurde zusätzlich eine Kategorie für Fachverbandsjugenden (Landes- und Kreisebene) eingeführt, um auch deren Bedeutung für eine gelungene Nachwuchsförderung herausstellen zu können.
In den ersten drei Kategorien werden jeweils der 1., 2. und 3. Platz vergeben, verbunden mit Geldpreisen und einer offiziellen Urkunde der zuständigen Ministerin. Die veröffentlichten Ausschreibungen sehen heute Preisgelder von insgesamt mehreren tausend Euro vor, typischerweise 1.000 Euro für die Erstplatzierten, 750 Euro für die Zweitplatzierten und 500 Euro für die Drittplatzierten in den Vereinskategorien. Neben der finanziellen Unterstützung für die Kinder‑ und Jugendarbeit erhalten die Vereine Pokale, Urkunden und breite mediale Sichtbarkeit in den Kanälen der Sportjugend M‑V und des LSB M‑V.
Ein Blick in die Gewinnerliste macht deutlich, wie breit der WETTBEWERB aufgestellt ist: Unter den Preisträgern finden sich Reit‑ und Fahrvereine wie Strameuß oder Benzin, klassische Ballsportvereine wie der Güstrower Handballverein 94, Mecklenburger Stiere Schwerin oder die Rostock Seawolves, ebenso wie spezialisierte Vereine etwa aus dem Fechtsport, Breakdance oder Eishockey. Auch Fachverbände wie der Karatelandesverband M‑V, der Pferdesportverband M‑V oder der Landeskanuverband M‑V wurden in den vergangenen Jahren für ihre jugendgerechten Strukturen ausgezeichnet.
In jüngerer Zeit tauchen einige Namen immer wieder in der Preisträgerübersicht auf: LAC Mühl Rosin, SV „Blau‑Weiß“ Grevesmühlen, der Sportclub Laage oder der Reit‑ und Fahrverein Strameuß gehören zu den Vereinen, die mehrfach auf dem Treppchen stehen. Das zeigt: Kontinuierliche Kinder‑ und Jugendarbeit zahlt sich aus – und der WETTBEWERB begleitet diese Entwicklung über viele Jahre hinweg.
Kriterien: Was einen kinder- und jugendfreundlichen Verein auszeichnet
Die Bewertung folgt landesweit einheitlichen Kriterien, die deutlich machen, was einen wirklich kinder‑ und jugendfreundlichen Sportverein ausmacht. Im Fokus stehen:
- die Entwicklung der Mitgliederzahlen im Kinder‑ und Jugendbereich und die Frage, wie der Verein junge Menschen erreicht und bindet,
- Projekte und Veranstaltungen, die über den normalen Trainingsbetrieb hinausgehen – vom Feriencamp über Turniere bis zu Fahrten oder Bildungsangeboten,
- die Zusammenarbeit mit Schulen, Kitas, Verbänden und weiteren Partnern im Sozialraum,
- die Förderung ehrenamtlichen Nachwuchses, etwa durch Junior‑Coaches, junge Übungsleiterinnen und Übungsleiter oder Jugendsprecher sowie durch konkrete Verantwortungsübernahme in Projekten
- eine jugendgerechte Öffentlichkeitsarbeit
- Anstrengungen im Bereich Kinderschutz und Prävention, also klare Ansprechpartner, Schutzkonzepte und eine Kultur des Hinsehens im Verein
Die Auszeichnung erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren: Zunächst nehmen Kreis‑ und Stadtsportjugenden eine Vorauswahl vor, anschließend entscheidet eine Jury auf Landesebene. Diese Jury setzt sich aus Vertretungen des Ministeriums, der Sportjugend und weiteren Fachpartnern zusammen und entscheidet über die Platzierungen.
Warum die Auszeichnung mehr ist als ein Titel
Für die Vereine ist der WETTBEWERB weit mehr als ein schöner Pokal oder eine Urkunde. Er lädt dazu ein, die eigene Kinder‑ und Jugendarbeit zu überprüfen, weiterzuentwickeln und sichtbar zu machen. Die Preisträger profitieren von finanzieller Unterstützung, einer starken Außenwirkung und dem Image, im Sozialraum ein besonders kinder‑ und jugendfreundlicher Ort zu sein. So trägt der WETTBEWERB nachhaltig dazu bei, dass Kinder und Jugendliche in Mecklenburg‑Vorpommern Sport im Verein als sicheren, wertschätzenden und abwechslungsreichen Teil ihres Alltags erleben. Der WETTBEWERB ist mehr als eine Ehrung – er ist ein Entwicklungsinstrument für die eigene Kinder‑ und Jugendarbeit.